Fast 16 Millionen Stubentiger leben in deutschen Haushalten. Das macht Katzen hierzulande zu den beliebtesten Haustieren. Während das Zusammenleben mit einer Katze das Leben schöner machen kann, wird es beim Thema Dating leider manchmal zu einer Herausforderung. Was, wenn die Katze den neuen Datingpartner nicht leiden kann? Oder dieser gar allergisch ist?
Offenheit von Anfang an
Ehrlichkeit ist die beste Grundlage für jede Beziehung. Erwähnen sie deshalb am besten schon früh, dass Sie eine Katze haben. So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen, falls Ihr Date allergisch ist oder grundsätzlich nichts mit Katzen anfangen kann. Ihre Katze ist fester Teil Ihres Lebens und war zuerst da – Wer Sie kennenlernen will, sollte das respektieren! Nur wenige Menschen werden eine Katze als Red Flag bei einem möglichen Partner sehen, ist das bei Ihrem Date jedoch der Fall, ist es gut, direkt zu wissen, woran Sie sind und getrennte Wege zu gehen.
Datingkiller Katzenhaarallergie?
Der Vibe stimmt, es sprühen vielleicht sogar schon Funken aber Ihr Date ist allergisch gegen Katzenhaare? Zugegeben, das macht die ganze Sache schwieriger, ist aber kein Grund zu verzweifeln. Für die ersten Treffen bieten sich katzenfreie Orte an, etwa ein Spaziergang durch die Stadt, ein Picknick im Park, ein gemeinsames Kochen bei der allergischen Person zu Hause oder ein Brunch im Lieblingscafé. So kann man sich besser kennenlernen, ohne dass eine allergische Reaktion die Stimmung trübt. Wenn sich die Beziehung vertieft, kann man gemeinsam überlegen, wie man mit der Allergie langfristig umgeht.
Moderne Luftreiniger, regelmäßiges Staubsaugen und das gründliche Reinigen von Textilien können helfen, Katzenhaare und Allergene deutlich zu reduzieren. Auch das Einführen katzenfreier Zonen sorgt für Entlastung. Antihistaminika können in den meisten Fällen Symptome verschwinden lassen oder zumindest deutlich lindern. Kommt es zu einer festen Partnerschaft, ist möglicherweise auch eine Hyposensibilisierung sinnvoll. Wenn die Katzenhaarallergie nicht sehr stark ausgeprägt ist, gibt es eigentlich immer Möglichkeiten, sie in Schach zu halten, sodass Dating und Beziehung darunter nicht allzu sehr leiden müssen.
Die Katze entscheidet mit
Früher oder später steht das erste Treffen in Ihrer Wohnung an und damit auch das erste Aufeinandertreffen zwischen Ihrem Date und Ihrer Katze. Zwingen Sie Ihre Katze nicht zur Begrüßung, aber geben Sie ihr Raum, den neuen Menschen selbst zu „scannen“. Wenn sie sich zurückzieht, ist das kein schlechtes Zeichen, sondern einfach ihr Weg, die Situation einzuschätzen. Häufig dauert es nur ein bisschen, bis sich die Samtpfote näher heranwagt und vielleicht sogar streicheln lässt.
Geben Sie Ihrem Date am besten vorab Tipps, wie es sich Ihrer Katze gegenüber verhalten soll. Kein direktes Anstarren, keine hektischen Bewegungen, stattdessen Ruhe, ein freundlicher Ton und vielleicht ein paar Leckerlis. Geduld ist der Schlüssel, erzwingen kann man nichts. Achten Sie außerdem darauf, Ihrer Katze auch im Beisein Ihres Dates viel Beachtung zu schenken. Wird sie eifersüchtig auf Ihr Date, kann das zu Komplikationen führen.
Die Verantwortung als Katzenbesitzer
Spontan nach der Arbeit mit dem Date ausgehen? Einfach so gemeinsam übers Wochenende verreisen? Nach einer gemeinsamen Nacht den halben Tag im fremden Bett bleiben? Wer ein Haustier hat, weiß, dass das nicht geht. Ihre Katze muss regelmäßig gefüttert und bespaßt, das Katzenklo gereinigt werden. Das steht Spontanität im Wege und kann die aufregende Kennenlernphase trüben. Ein verständnisvoller Partner wird das aber nicht als Belastung sehen, sondern als Zeichen Ihrer Verantwortungsbereitschaft.
Kommunizieren Sie offen, wann Sie sich um Ihre Katze kümmern müssen, weil beispielsweise feste Fütterungszeiten eingehalten werden sollen und überlegen Sie gemeinsam, wie die Bedürfnisse Ihrer Katze erfüllt werden können, ohne das Date zu vernachlässigen. Mit dem richtigen Zeitmanagement und Hilfe von Familie oder Freunden, die in Ausnahmefällen mal einspringen können, sollte das machbar sein.
Wenn beide Katzen haben
Ihr Date hat ebenfalls eine Katze? Das könnte ein perfektes Match sein, allerdings birgt diese Gemeinsamkeit Problempotenzial. Denn spätestens wenn eine ernsthafte Beziehung entsteht und über ein Zusammenziehen nachgedacht wird, sollte man gut planen. Katzen sind Gewohnheitstiere und reagieren auf Veränderungen sehr sensibel, vor allem, wenn plötzlich eine andere Katze in ihr Revier eindringt. Wenn die Zusammenführung gelingt, kann aus zwei unabhängigen Stubentigern jedoch ein echtes Dream-Team werden.
Und wenn sie sich nicht lieben, lernen sie zumindest, sich zu respektieren und miteinander auszukommen. Dafür darf man aber nichts überstürzen. Eine langsame Annäherung ist wichtig. Die Katzen können sich erst einmal nur über die Nase kennenlernen, indem Sie und Ihr Partner Katzenspielzeug oder Decken austauschen. Zieht die eine Katze in das Zuhause der anderen, sollte jede Katze zunächst ihren eigenen Rückzugsort haben, mit Futter, Wasser, Schlafplatz, Kratzbaum und Katzenklo. So kann sich die neue Katze in Ruhe an ihr neues Zuhause gewöhnen, ohne dass die alte Katze ihr Revier sofort verteidigt. In dieser Zeit sollten die Stubentiger getrennt bleiben und keinen direkten Kontakt haben. Nach einigen Tagen kann man die Katzen sich erstmals durch ein Schutzgitter oder einen Türspalt gegenseitig beobachten lassen.
Diese Begegnungen sollten kurz und unter Aufsicht stattfinden. Bleiben beide ruhig, können Sie den Kontakt schrittweise verlängern und währenddessen mit ihnen spielen oder Leckerlis geben, um positive Reize zu verstärken. Wenn die Tiere keine Aggression mehr zeigen und sich neugierig, aber entspannt verhalten, steht einem vorsichtigen direkten Zusammentreffen nichts mehr im Wege. Dabei ist es hilfreich, beide mit Spielzeug zu beschäftigen, um ihre Aufmerksamkeit voneinander abzulenken. Streit sollte man nur dann schlichten, wenn es zu heftigem Kampfverhalten kommt, kleinere Rangeleien sind Teil der Rangklärung und normal. Kater sind häufig ruppiger als Katzen, auch wenn sie kastriert wurden.
Manchmal kann es passieren, dass sie beim Spielen in den Rücken oder Nacken beißen. Wird es zu wild, kann man zum Beispiel mit einem lauten Geräusch ablenken und dafür sorgen, dass die Tiere voneinander ablassen, um sie dann vorsichtig für eine Weile voneinander zu trennen. Es kann Wochen dauern, bis sich Katzen tatsächlich aneinander gewöhnen. Streit oder Knurren sind normal, es sollte bloß niemand verletzt oder nachhaltig verängstigt werden.
Katzenbesitzer müssen beim Dating also vielleicht ein bisschen mehr beachten, grundsätzlich steht das Haustier Liebe und Leidenschaft aber nicht im Wege. Die richtige Person wird Ihre Fellnase ins Herz schließen und als Teil von Ihnen akzeptieren.

